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Die integrative Kraft der Geisteswissenschaften

Discussion Papers/
Diskussion

Die integrative Kraft der Geisteswissenschaften

Aus den Krisen entsteht das Neue: Flutkatastrophen, Trockenheit, Hitzewellen, Waldbrände und andere Extremereignisse gehen einher mit großer Verunsicherung – der systemische Zusammenhang dieser Krisen und die Konsequenzen für unser künftiges Denken und Handeln sind allzu deutlich. Was wir brauchen sind nachhaltige Veränderungsvorschläge und neue Denk- und Möglichkeitsräume. Was wir brauchen ist eine verstärkte Einbindung der Geisteswissenschaften und ihrer integrativen Kraft.

Wie also soll unsere gemeinsame Zukunft aussehen? Von welchen Werten lassen wir uns im 21. Jahrhundert leiten? Wie können wir das Potenzial der Geisteswissenschaften besser nutzen? Diesen grundlegenden Fragen widmet sich der Essay “Towards a New Enlightenment. A Case for Future-oriented Humanities", der gemeinsam von Fellows des THE NEW INSTITUTE verfasst wurde: Wie kann ein neues Verständnis der Geisteswissenschaften aussehen, die ihr Denken und ihre Vorstellungskraft an Kriterien einer lebenswerten Zukunft ausrichten?

Diese Geisteswissenschaften stellen sich in den Dienst des Lebens auf unserem Planeten. Sie eröffnen Räume und Realisierungsmöglichkeiten für neue Universalisierungen. Sie verändern das Selbstverständnis und die Rolle der Universität und überschreiten diese. Sie verbinden Theorie und Praxis auf neue Weise. Sie können neu formulierte, verbindliche Werte in die Gesellschaft hineintragen und der Zerstörung unserer Umwelt sowie der grenzenlosen Ausbeutung entschlossen entgegentreten.

Die Geisteswissenschaften werden so zu einer neuen Art von Humanwissenschaften, deren Menschlichkeit die Würde allen Lebens umfasst. Der Text ist eine Aufforderung zum Handeln – nicht nur für die Geisteswissenschaften.

Auf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung wird es vor allem darauf ankommen:

  • die Kompetenzen der Geisteswissenschaften mit den Disziplinen und Sektoren zu verbinden, die seit langem die gesellschaftliche Entwicklung bestimmt haben;
  • die Geisteswissenschaften stärker als bisher als moralischen Kompass des Menschwerdens zu sehen und ihn zur Leitlinie für die anstehenden individuellen und institutionellen Veränderungen zu machen;
  • das Methodenarsenal der Geisteswissenschaften jenseits von Ansätzen des Verstehens, der Kritik und des Erklärens um kreative und normative Herangehensweisen zu erweitern;
  • die wissenschaftlichen Institutionen – allen voran die Universitäten – so umzugestalten, dass sie das kollektive Hervorbringen neuen Wissens unterstützen.

Solche Anstrengungen könnten sich beispielsweise konzentrieren auf: einen neuen Umgang mit Unsicherheit und Komplexität, das Eröffnen neuer Perspektiven auf zunehmend dynamischere Prozesse des Universalisierens, das Erkunden neuer Praktiken, die das ökologische Paradigma ins Zentrum rücken, und eine Neudefinition dessen, was im öffentlichen Interesse ist und letztlich dem Gemeinwohl dient.

Alles in allem plädiert das Papier für eine fundamentale Neuorientierung der Geisteswissenschaften, die darauf zielt, den Weg zu einer konzeptionellen Grundlegung für eine Neue Aufklärung zu ebnen.

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