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Anja Utler

FELLOWS/

Anja
Utler


Dichterin, Essayistin und Übersetzterin

BIO

Anja arbeitet als Dichterin, Essayistin und Übersetzerin. Aufgewachsen in der bayerischen Kleinstadt Schwandorf, lebte sie seither in Regensburg, Wien, Prag und derzeit in Leipzig. Ihr jüngstes Buch ist "kommen sehen. Lobgesang" (2020), ein poetischer Monolog aus der Zukunft, in dem eine alte Frau ihre Erfahrungen aus einer Hitzekrise namens "drei Jahre Sommer" an ihre Tochter weitergeben will. Für Anja Utler ist die Poesie die literarische Gattung, die am direktesten mit der emotionalen und gedanklichen Konzeptualisierung von Welt interferiert und der es deshalb gelingen kann (sachte) Verschiebungen im Denken der Rezpient:innen auszulösen. Eine Aufgabe poetischen Sprechens ist für sie deshalb, herauszufinden, wie sich die Komfortzone einer linguistischen Vogelperspektive unterlaufen lässt, um sprachliche Formationen zu schaffen, die den Tatsachen wechselseitiger physischer Abhängigkeiten zu einer unmittelbare(re)n sprachlichen Präsenz verhelfen.

Anja ist ausgebildete Philologin, an der Universität Regensburg wurde sie mit einer Arbeit zu Geschlecht in der russischen Lyrik der Moderne promoviert. In ihrer jüngeren wissenschaftlichen Arbeit unterzog sie Wahrnehmung und Wirkung gesprochener Poesie einer empirisch-theoretischen Betrachtung ("manchmal sehr mitreißend", 2016). Anja Utler hat in Österreich und Deutschland gelehrt und war Writer-in-Residence am Oberlin College, Ohio. Sie übersetzt aus dem Englischen, Slovakischen und Russischen, ihre eigene Lyrik wiederum wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt; sie ist Mitglied des PEN und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Sie ist überzeugt von der Notwendigkeit interdisziplinären Austauschs; sie co-kuratierte deshalb "eins: zum andern", ein experimentelles Forum für das Gespräch zwischen Lyrik und Wissenschaft, das im September 2021 in München stattfand.

Am THE NEW INSTITUTE wirkt Anja im Programm "The Foundation of Value and Values" mit.

FRAGEN
  • Was gibt Dir Hoffnung?

    Manchmal blitzt in den Augen einer Person, die unerwartet auf ein anderes Lebewesen trifft, unwillkürliche Freude auf. Das ist so ziemlich das Hoffnungsvollste, was ich kenne.

  • Wie gelingt Veränderung?

    Veränderung beginnt für mich mit Zuhören. Angehört werden. Mit neuen Perspektiven, die man der eigenen hinzufügen darf. Der Einsicht, dass ich mich geirrt habe. Im Staunen, dass ein Gespräch meine Gedanken und Überzeugungen für immer verschoben hat, ist Veränderung schon passiert. Die Frage ist, was weiter. Vielleicht anderswo zuhören etc. Nochmal und immer wieder von vorn.

  • Was inspiriert Dich?

    Wie alles insistiert. Nicht(s) loszuwerden ist.

PUBLIKATIONEN

"kommen sehen. Lobgesang“, Edition Korrespondenzen, 2020


"Von den Knochen der Sanftheit“, Edition Korrespondenzen, 2016


"manchmal sehr mitreißend. Über die poetische Erfahrung gesprochener Gedichte“, transcript, 2016


"ausgeübt. Eine Kurskorrektur“, Edition Korrespondenzen, 2011


"jana, vermacht“, Edition Korrespondenzen, 2009


"brinnen“ (Buch / CD), Edition Korrespondenzen, 2006


"münden – entzüngeln. Gedichte“ („engulf – enkindle“), Edition Korrespondenzen, 2004

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