FOTO VON MACIEK POZOGA

Maciek Pozoga / Webber, Dunes du Pilat, 2015

Was ist Erinnerung? Was ist Anwesenheit? Und was, wirklich, ist Zeit? In der Arbeit von Maciek Pozoga geht es um diese Fragen – wenn er etwa nach Bamako reist und die afrofuturistische Musikszene porträtiert oder wenn er an den Straßenecken im Norden von Paris herumhängt, wo er auch lebt, und die Alten und die Jungen beobachtet, die Kleinkriminellen und die ganz Normalen, jeweils mit einer intensiven Neugier, die bei ihm eine künstlerische wie ethische Komponente hat. Wenn man seine Bilder länger betrachtet, wenn man verweilt, dann merkt man, dass hier jemand das Wesen unserer Zeit erfasst, über das Oberflächliche hinaus. Seine Fotos sind geprägt von einer gegenwärtigen Mischung von Sehnsucht und Verlust, die verschwommene Realität, gefallene Sterne und anderer schöner Schutt. Pozogas Porträts sind direkt und intim; und das Bild, das wir zeigen, ist ein gutes Beispiel: spielerisch, scheinbar improvisiert, eine kleine biographische Geschichte im Bild selbst versteckt – es sind Pozogas Vater und sein Stiefbruder, die hier zu sehen sind.

Voices from the Past – Lessons for the Future

Wie gelingt Veränderung?

Um Veränderungen zu bewirken, müssen wir verstehen, wie Veränderungen geschehen. Unser Programm „Voices from the Past – Lessons for the Future“ untersucht historischen Wandel und widmet sich der Frage: Wie kann das Vermächtnis kollektiver sozialer Bewegungen aus der Vergangenheit in die gegenwärtigen oder zukünftigen Bewegungen einfließen?

Veränderung sehen wir als generationelle Praktik und als eine Übung im Erinnern – deshalb werden wir uns verschiedene Protestbewegungen aus der ganzen Welt ansehen, etwa die friedliche Revolution von 1989 in Deutschland und die Proteste 1956 in Ungarn. Unser Ziel ist es, Muster transformativen Handelns zu beschreiben. Ein Beispiel ist die Geschichte der Umweltbewegung vom Club of Rome Ende der 1960er Jahre und der Veröffentlichung des Berichts „Limits of Growth“ 1972 bis zu aktuellen Bewegungen wie Fridays for Future.

THE NEW INSTITUTE wird Zeitzeugen und ihre Eindrücke, Einsichten, Erfahrungen bewahren, um denen eine Stimme zu geben, die bisher nicht ausreichend Gehör gefunden haben. Daraus ergibt sich eine umfassende Sammlung von Zeugnissen, der Beginn eines globalen Archivs der Veränderung. Die darin gewonnenen Einsichten werden THE NEW INSTITUTE die Möglichkeit geben, konstruktiv an Veränderungsprozessen zu arbeiten.

Wir werden eng mit Aktivist*innen kooperieren, um ihnen Forschungsergebnisse, Einsichten und Rat von Expert*innen kollektiven Handels und erfahrenen Aktivist*innen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus werden wir mit Künstler*innen, Filmemacher*innen, Aktivist*innen, Journalist*innen und Geschichtenerzähler*innen zusammenarbeiten, um herauszufinden, wie wir diese wichtigen Geschichten erzählen und zum Leben erwecken können.

Wo wir zurzeit stehen und wie Sie sich beteiligen können:
THE NEW INSTITUTE arbeitet bereits an einer Reihe von Interviews mit Aktivist*innen verschiedener Bewegungen, von der Anti-Atom-Bewegung über die Demokratiebewegung in der ehemaligen DDR bis zu Fridays for Future. Ein Archiv dieser Gespräche, die weit über Oral History hinausgehen und tief in die psychologische Dimension des Protests hineinreichen, wird ab Mitte 2022 zur Verfügung stehen. Falls Sie Aktivist*in sind und Interesse daran haben, sich zu beteiligen, kontaktieren Sie uns gerne.

Kontakt beim THE NEW INSTITUTE: Johanna Gratzel, E-Mail: johanna.gratzel@thenew.institute

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