Jan-Werner Müller

FAKULTÄT FÜR POLITIK,

PRINCETON UNIVERSITÄT

by Sabine Vielmo

Jan-Werner Müller ist der Roger Williams Straus Professor für Sozialwissenschaften und Professor für Politik an der Princeton University. Er arbeitet hauptsächlich im Bereich der Demokratietheorie und der Geschichte des modernen politischen Denkens. Sein Forschungsinteresse gilt auch der Beziehung zwischen Architektur und Politik sowie den normativen Implikationen der aktuellen strukturellen Veränderungen des öffentlichen Raums. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Constitutional Patriotism (2007), Contesting Democracy: Political Ideas in Twentieth-Century Europe (2011) und What is Populism? (2016), das in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurde. 2019 erschien Furcht und Freiheit: Für einen anderen Liberalismus, das mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet wurde. 2021 erschien Democracy Rules bei FSG, Penguin und Suhrkamp. Müller ist außerdem Kolumnist für den Guardian in den USA und schreibt regelmäßig für die London Review of Books. Bei THE NEW INSTITUTE trägt er zum Programm "The Future of Democracy" bei.


Ausgewählte Publikationen

  • „Democracy Rules", FSG/Penguin, 2021
  • „Furcht und Freiheit: Für einen anderen Liberalismus", Suhrkamp, 2019
  • „Was ist Populismus?", Suhrkamp, 2016
  • „Contesting Democracy: Political Ideas in Twentieth-Century Europe", Yale University Press, 2011)

Kontakt

jan-werner.mueller@thenew.institute


Was gibt Dir Hoffnung?

In gewisser Hinsicht bin ich in der Tat hoffnungsvoll, aber ich beeile mich, hinzuzufügen, dass ich nicht optimistisch bin. Hoffnung bedeutet, dass zum Beispiel Wege für demokratische Reformen vorhanden und sogar deutlich sichtbar sind; Optimismus würde bedeuten, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass sie ergriffen werden. Auch auf die Gefahr hin, das Offensichtliche zu sagen: Ob sie ergriffen werden, hängt von uns ab.

Wie gelingt Veränderung?

In Demokratien? Auf den Straßen, auf dem Bildschirm und in der Wahlkabine. All diese Orte - und das demokratische Handeln, das sie idealerweise ermöglichen - sind wichtig und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Liberale haben zu viel Angst vor der Straße (seit 2016 ist es allzu leicht geworden, alte Vorurteile über die großen Ungewaschenen und die Verzweiflung über die angeblich irrationalen Massen wieder aufleben zu lassen); selbsternannte Radikaldemokraten lehnen Parteien und Wahlen zu sehr ab, die fälschlicherweise als inhärent anti-egalitär oder sogar oligarchisch angesehen werden.

Weshalb bist Du ans THE NEW INSTITUTE gekommen?

Die Möglichkeit, Gespräche nicht nur mit sehr anregenden Kollegen aus dem eigenen Fachgebiet zu führen, sondern auch aus anderen Bereichen, und, weniger offensichtlich, mit Aktivisten und Künstlern. Ich denke, dass jeder Akademiker, der den Ausdruck "Elfenbeinturm" verwendet, eine Geldstrafe zahlen sollte, aber es ist nicht ganz unwahr, dass die Anreize für einen vertieften Austausch mit Menschen außerhalb der Universitäten allzu oft etwas schief sind. Daher gefällt mir die Idee einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit und einer experimentellen Plattform, auf der sich Menschen treffen und unerwartete Ideen und Erfahrungen austauschen können.

Newsletter

Wir verwenden Cookies, um zu messen, wie häufig unsere Seite besucht und wie sie genutzt wird. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.