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Geschichte

Warburgstraße (formerly Klopstockstraße), 1906, photo: State Archive Hamburg

UNSER ZUHAUSE/

Geschichte

Städte sind Geschichten, die darauf warten, erzählt zu werden; und die Gebäude und Häuser sind die Figuren dieser Geschichten. Manche von ihnen sind Hauptfiguren, manche Nebenfiguren, aber alle sind sie wichtig für die Handlung, das Drama und die Schönheit. Nur zusammengenommen entfaltet sich die Geschichte der Stadt als humanistisches Epos.

Das Warburg Ensemble, eine Reihe von neun Stadthäusern aus dem 19. Jahrhundert und das Zuhause des THE NEW INSTITUTE, erzählt eine besonders komplexe Geschichte – von Aufstieg und Wachstum, von einer expandierenden Stadt, von jüdischem Leben, das später im faschistischen Deutschland zerstört wurde.

Es ist eine Geschichte, die eine Brücke bildet zwischen einem romantischen Revolutionär, einem Bankier und einem Politiker. Ursprünglich war die Adresse als Klopstockstraße nach dem 1803 in Hamburg verstorbenen Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock benannt. Heute verweist die Straße auf Max Moritz Warburg, der 1867 in Hamburg geboren wurde und 1938 auf der Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung in die USA emigrieren musste. Er starb 1946 in New York. Sein Bruder war der Kunsthistoriker Aby Warburg, aus dessen wichtigem Werk das Warburg Institute erwuchs, mit Standorten in Hamburg und London. Klopstock und Warburg, zwei Namen, die zwei Jahrhunderte verweben.

Links: Friedrich Gottlieb Klopstock, photo: bpk; Rechts: Max Warburg, photo: ullstein picture

Das Warburg Ensemble ist in Harvestehude-Rotherbaum gelegen, einer Gegend, die sich ursprünglich vor den Toren der Stadt befand. Im 19. Jahrhundert wurden die Sommer- und Gartenhäuser der Gegend nach und nach durch stattlichere Gebäude ersetzt. Das nächstgelegene Stadttor war das Dammtor, heute einer der drei Fernbahnhöfe Hamburgs. Als ab 1860 das Stadttor nachts nicht mehr verschlossen blieb, beschleunigte sich der Wandel in Harvestehude-Rotherbaum.

  • Hamburg 1791, Foto: Staatsarchiv Hamburg

  • Hamburg 1864, Foto: Christian Terstegge

  • Hamburg 1886, Foto: Christian Terstegge

Viele jüdische Bürger entschieden sich dafür, ihre Häuser in diesem Teil Hamburgs zu errichten. Es war die Gründerzeit, die Zeit vor und nach der Neugründung des deutschen Kaiserreichs unter Otto von Bismarck 1871. Reichtum und Macht verbanden sich mit dem bürgerlichen Lebensstil einer aufstrebenden Mittelschicht, die diese besondere Hamburger Gegend erschuf, welche ab 1894 offiziell Teil der Stadt wurde.

  • Jewish life in Hamburg, 1925, Foto: The Central Archives for the History of the Jewish People

  • Kurzwarenhandlung am Neuen Wall, 1936, Foto: Bilddatenbank des IGdJ

  • Logenhaus im Restaurant, Foto: Bilddatenbank des IGdJ

  • Waisenhaus für jüdische Mädchen im Paulinenstift, ca. 1924, Foto: Bilddatenbank des IGdJ

  • Jüdischer Ruderverein, 1935, Foto: Bilddatenbank des IGdJ

  • Talmud Tora Realschule, ca. 1870, Foto: Bilddatenbank des IGdJ

Die einzelnen Stadthäuser, aus denen sich das Warburg Ensemble zusammensetzt, reichen von der Warburgstraße 8 bis 22 und um die Ecke zur Alsterterrasse 10a. Sie wurden in den 1860er- und 1870er-Jahren gebaut. Die Häuser umschließen einen großzügigen Garten und befinden sich nahe der Außenalster, dem großen See im Herzen Hamburgs.

Das bedeutendste der Häuser ist das in der Warburgstraße 18, erbaut in den frühen 1870er-Jahren nach den Plänen des bekannten Hamburger Architekten Martin Haller. Erster Besitzer des Wohnhauses war William Henry O’Swald, Stadtsenator, Händler und stellvertretender Bürgermeister Hamburgs. Ein späterer Besitzer war Adolph Godeffroy, einer der Gründer der weltweit operierenden Schifffahrtsgruppe Hapag-Lloyd.

Uhlenhorster ferry house, Photo: ullstein Bild

Nach dem Krieg wurde dieses Gebäude anders genutzt – Büros zogen dort ein, diplomatische Abteilungen, eine Tanzschule, ein Buchladen. Das Wesen des Viertels änderte sich so wie die Stadt, die von neuem wuchs. Was einmal ein Wohnviertel war, wurde nun vor allem für Verwaltungszwecke genutzt.

Auf vielfältige Weise wird die Restaurierung der Gebäude nicht nur den Ort in seiner ursprünglichen Form wiedererstehen lassen, sie wird ihn auch mit seiner ursprünglichen Geschichte verbinden, ganz im Geist der Ambition des THE NEW INSTITUTE – das intellektuell Anziehende mit ästhetischer Avantgarde zu verbinden. Und so einen Ort zu schaffen, der zu visionärem Denken einlädt.

Warburgstrasse 22-14, 1987

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