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The Future of Democracy

Wie können wir den Wandel zu einer ökologisch verantwortlichen und demokratisch resilienten Zukunft vollziehen?

The Future of Democracy

Wie können wir den Wandel zu einer ökologisch verantwortlichen und demokratisch resilienten Zukunft vollziehen?

BESCHREIBUNG

Das Programm "The Future of Democracy" ergründet Perspektiven umfassender ökologischer Demokratisierung. Leitgedanke ist, dass gesellschaftliche Transformationen kollektive Imaginäre einer erstrebenswerten Zukunft benötigen. Sie bieten Sinnressourcen, welche die Neigung zur Herausbildung eines transformatorischen Willens fördern. Ebenso ermöglichen sie die kurz- und mittelfristige Akzeptanz widriger Bedingungen, die im Hinblick auf die natürlichen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen des Klimawandels zu erwarten und auch schon spürbar sind. Darüber hinaus bieten sie Anhaltspunkte für institutionelle Innovationen, die gegenwärtige Demokratien benötigen, um ihre Bürger*innen in einer Weise zu reintegrieren, welche zugleich die Natur integriert. Um wirksam zu sein, müssen konkrete Ansätze jedoch vorhandene Strukturen sorgfältig berücksichtigen. Ebenso können ihre entsprechenden Imaginäre nicht einfach "erfunden", sondern müssen aus den Potenzialen, die Gesellschaften bereits in sich tragen, geschöpft werden. In Anbetracht des Ausmaßes der erforderlichen Innovationen bedeutet dies, dass ein umfassender Blick auf das, was die Demokratie ausmacht, erforderlich ist. Als Ressourcen für ihre Zukunft umspannt dies auch generative Aspekte des Gegebenen.

Beispielsweise können förderliche Schemata für eine Neukonfiguration der Demokratie auch in Praktiken entstehen, die weit von ihrem institutionellen Kern entfernt sind. Hierzu zählen insbesondere fortschrittliche soziale Bewegungen ebenso wie die Künste und experimentelle Formate, welche die demokratische Vorstellungskraft anregen und Innovationen generieren können. Einen umfassenden Blick einzunehmen, heißt auch zu berücksichtigen, welche Praktiken und Strukturen noch der Demokratisierung bedürfen. Vor allem das Abhängigkeitsverhältnis zwischen liberaler Demokratie und globaler Wirtschaft verlangt nach einer Wiederbelebung der Wirtschaftsdemokratie. So könnten auch genossenschaftliche Unternehmen und die räterepublikanische Tradition nützliche Anhaltspunkte liefern, um zeitgenössische partizipatorische Demokratieformen wie lottokratische Bürger*innenräte weiterzuentwickeln. Jederart demokratischer Innovation muss aber auch das Abhängigkeitsverhältnis des Menschen von der Natur bedenken. Die menschliche Spezies und die Kulturen, die sie hervorgebracht hat, können nicht als dichotom zur Natur konzipiert werden. Von besonderem Interesse sind hier nicht-hegemoniale Wissenssysteme, die alternative Konzeptionen der Natur-Mensch-Kultur-Trichotomie aufweisen. Möglicherweise könnten sie versöhnliche Ressourcen für eine Neujustierung der politischen Form hin zu einem verantwortungsvollen Zusammenleben auf diesem Planeten und der Verwirklichung einer ökologischen, resilienten Demokratie bergen.

Fellows

FRAGEN

  • Experimentelle Demokratie

    Welche Praktiken sozialer Bewegungen könnten als Vorreiter einer erstrebenswerten demokratischen Zukunft betrachtet werden? Wie kann der demokratische Prozess sich für Qualia des Erlebens öffnen, um sie in die politische Realität aufzunehmen und das Potenzial für Innovationen zu fördern? Können experimentelle Formate – wie spielerische Partizipation und die durch sie induzierte Offenheit – als Problemlösungsmechanismen institutionalisiert werden? Oder entfaltet sich das emanzipatorische Potenzial experimenteller Praktiken besser in außerinstitutionellen Bereichen des demokratischen Widerstands?

  • Partizipative und wirtschaftliche Demokratie

    Welche konzeptionellen Ressourcen bieten die vernachlässigte Geschichte der Arbeiter*innengenossenschaften sowie deren föderalistischen Visionen für die Demokratisierung der ökonomischen Sphäre? Wie könnten ihre radikaldemokratischen Mechanismen der erweiterten Partizipation innovativ mit dem repräsentativen Modell im politischen Kontext kombiniert werden? Könnten solche Konfigurationen auch als Brücke dienen, um partizipatorische demokratische Formen wie lottokratische Bürger*innenräte über beratende Funktionen hinaus zu entwickeln? Könnte diese wiederum als Mittel dienen, um demokratische Reflexivität entlang der Zeitachse in Verfassungen einzuführen und sie für eine sich rasant verändernde Welt anpassungsfähig zu machen?

  • Ökologische Demokratie

    Welche politischen Mittel sind für den Wandel zu einer postkarbonen Gesellschaft legitim, damit die Demokratie überleben kann? Reicht Dekarbonisierung aus, um die Menschheit mit der komplexen politischen Ökologie, deren Teil sie ist, in Einklang zu bringen? Wie muss sich im zunehmenden Bewusstsein über unsere Einbettung in komplexe Beziehung zu nicht-menschlichen Entitäten, die von unseren politischen Entscheidungen nicht weniger betroffen sind, unser Verständnis von Demokratie ändern? Welche nicht-hegemonialen Wissenssysteme können uns dabei helfen, diese Beziehungen neu zu denken, um wechselseitige Emanzipation von Entfremdung zu fördern?

MACHEN SIE MIT
Art
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Raisa Galofre, El fuego vivo de la cumbia vive en nosotros (The vivid fire of Cumbia lives within us), from the series Daughters of the Muntu: A Pluriverse, 2015 – ongoing. Courtesy of the artist.

Die Fotografien von Raisa Galofre umfassen das Aufeinanderprallen, die Vermischung und das Aufeinandertreffen von Gegensätzen: reale und fantastische, rationale und mythische Elemente, die sie in inszenierten Fotografien und fotografischen Skulpturen umsetzt. In dieser neuen, vielschichtigen fotografischen Interpretation der integrierten Familie, die Olivella in seinem Roman vorstellt, ist und bleibt der Mensch in Wechselbeziehung und Kommunikation mit allen anderen Wesen in einem kontinuierlichen und vitalen Austausch, der seine Existenz unterstützt. „Daughters of Ubuntu“ sind Teil einer größeren Arbeit mit dem Titel „Cundé Cundé“, 2015 - 2021.

Curatorial Note
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PROGRAMME

  • The Human Condition in the 21st Century

    Wie können wir ein nachhaltiges Wertesystem für das 21. Jahrhundert schaffen?

    Unser Grundlagenprogramm befasst sich mit der Frage, wie wir die conditio humana unter den epistemischen, sozioökonomischen und politischen Bedingungen des 21. Jahrhunderts denken sollten. Auf der Grundlage anthropologischer Selbsterkenntnis gehen wir der Frage nach, wie ein nachhaltiges humanistisches Wertesystem entwickelt werden kann.

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  • Socio-Economic Transformation

    Was ist ein nachhaltiges Wertesystem für das 21. Jahrhundert?

    Unsere Wirtschaft muss unseren sozialen Bedürfnissen dienen und die Grenzen des Planeten respektieren. Aber das ist derzeit nicht der Fall: Wir befinden uns auf einem nicht nachhaltigen Weg. Unsere wirtschaftlichen Aktivitäten haben dazu beigetragen, dass Gesellschaften in verschiedenen Dimensionen immer ungleicher werden, einige davon ihrer grundlegenden menschlichen Bedürfnisse beraubt werden und die politischen Systeme unter Stress geraten.

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